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Pädagogische Kräfte des Hauses nähen 780 Mund-Nasen-Schutzmasken

Von der Erzieherin zur „Maskenbildnerin“

Wenn wegen Corona die Schulen geschlossen bleiben, dann fehlen die Kinder, für die warmes Essen zur Mittagszeit gekocht werden muss. Und auch die pädagogischen BetreuerInnen sind arbeitslos. Nicht aber diejenigen, die sich um den betrieblichen Arbeitsschutz kümmern. Wie alle Betriebe brauchen auch soziale Einrichtungen ein gutes Schutzkonzept, um sich allmählich wieder an die Normalität herantasten zu können und dafür zu sorgen, dass ihre Beschäftigten gesund bleiben. Schon lange vor Bekanntwerden der Maskenpflicht war klar, dass dazu der Einsatz von Community – Masken gehört.

 

 

Die Geschäfte hatten geschlossen, selbst professioneller Atemschutz für Ärzte und Pfleger war kaum erhältlich. Der Betriebsarzt stellte eine der letzten Einmalmasken zur Verfügung, die als Prototyp gute Dienste leistete. Mit Stoffresten aus Baumwolle und Pfeifenputzern als Nasenverstärker entstanden so die ersten Masken.

Nach Ostern ging es dann so richtig los. 8 Mitarbeiterinnen der offenen Ganztagsschulen standen plötzlich und unerwartet morgens vor der Tür der Hauswirtschaft, bepackt mit ihren Nähmaschinen, Bügeleisen und Stoffreste unter dem Arm und wollten helfen. Es wurde rasch Platz geschaffen und selbst der Flur mit Tischen bestückt. Die Einsatzfreude war groß, die Nähkenntnisse jedoch stammten zum Teil noch aus der Schulzeit, wie die Eine oder Andere bescheiden zugab. Kein Problem, es wurden ja auch Büglerinnen und Faltenlegerinnen gebraucht. Nasendraht war in Stofftunnel einzuziehen und insgesamt 1560 Bänder von jeweils 90 cm Länge mussten an den Seiten der Masken befestigt werden.

Nach knapper Einweisung fand jeder Arbeitsvorgang seine Meisterin. Es klappte hervorragend und die Räume der Hauswirtschaft wurden mehr und mehr zu einer professionellen Maskennäherei. Eine Hobbyschneiderin, in Corona – freien Zeiten Kinderpflegerin in der Krippe am Bergl, scharte Näh-Elèvinnen aus ihrem Team um sich. Sie holten sich Anregungen und Stoff, um im Homeoffice mit - zuarbeiten.

Rechtzeitig zur Mundschutzpflicht entstanden so 780 schöne bunte MNS - Masken aus Baumwolle, mit hohem Tragekomfort, wie die ErzieherInnen und Kinder aus dem Haus Marienthal berichten, selbstverständlich waschbar!

Nach 1 ½ Wochen an der Nähmaschine sind sich alle einig: wir waren ein tolles Schneiderinnen - Team und es hat sehr viel Spaß gemacht! Jetzt würden wir gerne wieder mit den Kindern arbeiten! Mit dem schönsten Mundschutz!

 

Claudia Rausch-Michl

 

Haus Marienthal gGmbH
Evangelische Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Schweinfurt
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